Ulrike Neradt - BLOG 
Ulrike Neradt - Blog

Lieber Homepage - Besucher,
hier werde ich jetzt einen kleinen Blog einrichten.

Übberichens
Von Ulrike Neradt für den 20.10.2017

Von Hasebrote und Herbstmucke_

Die Traubeles is for diss Jahr vorbei. So frieh wie noch nie. Mir warn frieher noch spät im Oktober draus beim Lese gewese. Grad wo des die letzt Woch so warm un sonnisch war, musst ich oft draa denke! Schee war`s, besonnerst die Pause. Middachs gabs beleechte Breetscher un Brot, wo en Has`dribber gehibbt sei sollt. Heit waaß ich, dass des die vertrocknete Reste vom Vordaach warn, nur damit mir Kinner die aach esse. Do habbe mir uns allsemol drum gehaache! Jeder wollt`s habbe, nur weeche dere Hasegeschicht. For die Erwachsene gabs heiße Tee mit Rum odder Wei. Do kam Stimmung uff, un so habbe mer aach immer vill gesunge! Die ganze Herbstferie sin mir Kinner do gern mit in die Wingert.
Endlich war de letzte Lese –Daach do. Middachs sin alle Wingertsfahrzeuche mit Dahlje un Astern geschmickt worn. Wann dann aaner drausse ganz laut „Schluss“ gerufe hot, dann hot mer genau geguckt, wer die letzt Traub abgeschnitte hot un diejenische wurd dann audomadisch zur Herbstmuck auserkorn. Ob se wollt odder nit! Oft war`s en weiblich mobbelich Person, weil schon der Name Herbstmuck eher zu erer beleibtere Fraa basst, als wie zu so eme Derrabbelche! Mit ner Kron aus Rebelaub hot se uff em letzte Waache gehockt, un mir sin mit Gesang neberher dorch ganze Ort gelaafe. So wusste die annern Winzer: Guck, der is aach fertisch mit de Les!
Dehaam war dann schon unser Säälche mit Rebelaub und Blumme geschmückt. Uff de Disch stande Thermoskanne mit Gliehwei un die Stütz mit Fedderweisse. Zu Esse gabs heiß Fleischworscht, aach en Hausmacher Worschtedeller mit Blut-und Lebberworscht und Schwaartemaache. Vorher kam de Vadder un hot in klaane hellbraune Lohndutscher des Geld bar geeche Unnerschrift ausgezahlt.
Un es war Sitte, das die Herbstmuck mit alle Männer danze musst, bis se endlich ganz dormelich un mied in de Eck gehockt hot. Des warn für mich die scheenste Oktoberfeste.
Heut fahrn se mit fast übberall mit Lesemaschine dorch die Wingert, wo aan Mann druff hockt un die Traube in e paar Stund abernt`. Wer höhere Qualitäde ernte odder wie dissjahr die Traube gut sordiern muss, der lest nadierlich weider mit de Händ von ville Helferinne un Helfer!
Zerick bleibe für mich abber die Erinnerunge an kalte, abber aach sonnische, musikalische un vor allem romandische Lesezeide im Rheingau.


Übberichens
Von Ulrike Neradt für den 26.8.2017
strong>Neueste Statistike

Wusste sie eichentlich, dass en Mensch, der wo 70 Jahr alt werd, 23 ganze Jahr devon verpennt? Do freeht mer sich doch, warum is mer trotzdem oft so mied?
Nach 23 Jahr schloofe, glotzt mer laut Statistik dann 31 Jahr devon ins Fernsehe, heert Radio un CDs, sörft im Indernet, duht Bücher odder Zeidung lese. Wenn mer also die Zeit sammerechent is mer schon 54. Do hot mer noch nix gesse un getrunke. En Mensch, der wo 70 Jahr alt is hot in seim Lebe 80 000 mol gegesse un getrunke (mol die Besuche uff de Weinfeste nit ingerechent). Das macht summasummarum, dass mer 8 Jahr ohne uffzustehe am Disch gehockt hot.
Annerthalb Jahr lang deht mer vertelefoniern. Fraue angeblich noch en halb Jahr mehr. Dodevon hängt mer dann aach noch 140 Daach in Warteschleife bei Möbelhäuser, Mobilfunkaabieter, Krankekasse, Baumärkt un sonstische Aastalte, wo mer sich en schnell Antwort erhofft.
Die List geht noch weiter, abber bei dem Hänge in de Warteschleife bin i c h hängegeblibbe, weil ich en Lösung gefunne hab, wie mer die Zeit werklich verkürze un sich schönere Dinge zuwende kann. Wenn ich en Problem odder en Fraach hab, such ich im Internet die Firma un den sogenannte Leiftschätt (LiveChat) raus, die fast jeder größere Betrieb hot un hab in Nullkommanix Kontakt mit de richtige Aasprechpartner, die mir sofort un schriftlich all mei Fraache freundlich beantworte könne.
Übberischens sin die, die wo jeden Daach am Combjuder hocke, 8 Monat von ihrm 70 jährische Lebe demit beschäftischt, virtuellen Müll, also Spammails zu lösche.
Wie ich das jetzt noch in Mundart verklickern soll? Dodezu fällt mer nix mehr ei. Ich möchte abber doch zu gern mol wisse, wer d i e Statistike uffgestellt hot.
Übberichens

„Franzosedeitsch“
Ulrike Neradt für den 29.7.2017
Vor zwaahunnert Jahr am 24.Juli is de Herzog Adolph von Nassau geborn worn.
Es gibt jo ville Gedichte und Verzeehlercher von dem Herzoch, der wo im Volksmund „Ferscht“ genennt worn is, un der wo jo aach sehr beliebt war. Für mich Zeit, emol ebbes übber die Mundart aus dere Zeit uffzuschreibe. Sie wern sowieso mehr un mehr verschwinne, die franzeesische Mundartworte aus de Franzosezeite von 1792-1814, wo Franzeesisch in Meenz ab 1798 sogar als Amtssprach gegolte hot. Un des Franzeesische is bis in de Rheingau un nooch Wissbade enibbergeschwabbt und hot aach hier Spurn hinnerlosse. „Schass (chasser- jagen) emol de Giggel un die Hinkel aus em Schadenggardde (Jardin-Garten) alleh witt jetzt abber dusswitt (Tout de suite – sofort)“ hot die Tante Emilie immer gerufe, wann des Hinkelsvolk widder im Gemiess erumgescharrt un Wermcher rausgepickt hot.
Aach de Herzooch von Nassau soll Mundart gebabbelt habbe. Allerdings gabs doch alsemol Missverständnisse, un des werd in eme Gedicht von Hedwig Witte ganz deutlich: Do werd de Kutscher Jean-Baptiste aafach zum Schambes gemacht, der Obends vom Herzoch den Ufftraach krieht, ihn un sei Fraa nooch de Reeüniong (Reuinon-Tanzball) vom Kurhaus ins Biebricher Schloss zu fahrn. Die Equipaasch (Kutsche- Equipage) stand bereit, des Pärche is übber des Schawellche (des Fußbänkche zum Insteiche) in die Schees (Chaise-Kutsche) eningekrabbelt un er hatt dem scheene russische Prinzessje, des wo sei Fraa war innewennisch vielleicht noch die Fladduse (Flatter-Schmeicheleien) gemacht. Die Herzogin abber hot en geschennt, dass er mit seine Aagestellte nit immer Mundart babbele sollt. Do saat de Herzoch dann ganz vornehm zu seim Kutscher:„Nun Jean, jetzt fahr er uns nach Hause.“ Des hot de Schambes abber falsch verstanne. Un die Fahrt hot sich in die Läng gezoooche. Unnerdesse is de Herzoch un sei Fraa ingenockelt un se sin erst widder wach worn, wie de Schambes die Scheesedier von ausse uffgerobbt un gesaat hot: So mer sein in Hause! Un des leit bekanntlich nit am Biebricher Rheiufer, sondern hinner Kidderich. Tja, die Mundart hot so ihr Tücke….!


Rezension zu meinem Buch
„Wie en Spatz in de Kniddele“
Heitere Geschichten in Mundart
in der Frankfurter Allgemeine Zeitung –
Vom 06.08.2004

"Ich bin en Wirtschaftswunnerkind! Un meiner Zeit stets wohlgesinnt!" Ulrike Neradt verkörpert wie keine zweite die positiven Seiten des Rheingaus: Weltoffen und herzlich ist die vielseitig begabte Künstlerin. Und nicht nur weil sie bis heute die letzte Rheingauer Weinkönigin ist, die auch die Deutsche Weinkrone erringen konnte, ist sie eine allseits beliebte Vorzeigefrau der Region. Trotz ihrer heutigen Erfolge als Chansonette, Entertainerin und Moderatorin ist sie ein bodenständiges Kind des Rheingaus geblieben. Sie weiß, was sie ihrer Heimat verdankt, und gibt ihr das Mögliche zurück.

Neradt hat ihre Wurzeln nicht vergessen, sondern pflegt sie - unter anderem durch ihr Engagement für die Mundart. Sie gehörte deshalb auch zu den Gründerinnen des Rheingauer Mundartvereins. "Wie en Spatz in de Kniddele" ist ihr erstes Buch, und bei der Präsentation war sie offenkundig so aufgeregt wie vor ihrem ersten Fernsehauftritt. Der Titel darf nicht falsch verstanden werden: Neradt hat keine Autobiographie in Mundart vorgelegt, sondern 20 Episoden und Gedichte, die ein Schlaglicht auf eine glückliche, rückblickend zweifellos auch verklärte Kindheit in einem kleinen Weindorf werfen.

Humorvoll, schalkhaft und mit einer Portion Ironie erzählt Neradt von der anstrengenden Arbeit im Weinberg, den ersten Zungenküssen, der legendären "1937er Trockebeerenausles", dem "Blutworscht-Trauma" oder dem "Besuch vom „Nikeloos" in "de fuffzicher Jahrn". Ihre heiteren Geschichten sind in Mundart verfaßt, was den Leserkreis naturgemäß einschränken wird. Doch das ficht die Autorin nicht an: "Die Mundart geheert zu unserem Lebe, grad wie in den Wingert die Rheingauer Rebe", schreibt sie überzeugt und sagt es den möglicherweise verdutzten Rheingau-Besuchern unmißverständlich: "Hier im Rheingau, wo ihr unser Gast, do babbele mir, wie uns de Schnabbel baßt."
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schon gewußt????
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Bis bald
Herzlichst Ulrike Neradt

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Hier das Feedback meiner ersten Lesung mit Geschichten aus meinem neuen Buch "Gezwitschert, gegackert.... un druff gepiffe" in Wiesbaden in der VHS mit der Wiesbadener Kultband Best Age.
von Pilar May

Mundart Queen - Witzige Enthüllungen in Wiesbaden

Kritik aus der AZ Mainz vom 10.10.2015 über das Programm

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