Ulrike Neradt - BLOG 
Ulrike Neradt - Blog

Lieber Homepage - Besucher,
hier werde ich jetzt einen kleinen Blog einrichten.

Übberichens
Ulrike Neradt für den 17.11.
Soweit kimmts noch

Neulich flattert uns en Brief ins Haus.„An alle jungebliebenen Senioren“ mit unserer volle Adress. Reklame denk ich un wollt en schon direkt in die Babiertonn werfe.
Halt, doch emol gucke, was de junggeblibbene Senioren do aagebodde werd.
Im Umschlaach war en deier uffgemachtes Werbeprospekt wo uff de erst Seit in Großbuchstabe - für Senioren nadierlich gut lesbar - die Fraache steht: „Eine Seniorenresidenz?“ Un gleich dehinner die Antwort, die aach hätt von mir sein kenne: „Das kommt für mich ja gar nicht Frage!“
Neugierisch klapp ich des Faltblatt uff un rein, do wolle die doch glatt, dass mir uns in en vornehmes Seniorenheim einbuche. Wann mers genau nimmt, wärn mer jo schon bald in dem Alter, wo mer an mol so ebbes denke könnt. Abber dodefor hatt ich bisher noch kaa Zeit. Schließlich habbe mir noch einisches zu erledische. Ich hab uns grad für en neue Excel-Kurs in de Volkshochschul aagemeld. Dreimol in de Woch geht’s moins in unser Fitnessstudio, Pilates, Wirbelsäulegymnastik, Yoga und Geräteübunge, um in Beweechung zu bleibe. Die Zeit muss mer sich aafach nemme, wann mer die Zeit defor hot! Mir habbe se. Die Beweechlichkeit is wichtisch, um im Frühjahr un Sommer die aafallende Garddearbeite zu mache. Do werd gehackelt, Sträucher geschnitte,Tomate, Salat, Gurke, Kürbis geplanzt un im Herbst geernt, verschiedene Marmelade gekocht, die dann meist an die groß Freundesschar verschenkt werde, weil mer gar nit waass, wo mer alles unnerkrieht.
Jetzt müsse mer abber erst die ville Blätter, die alleweil noch im Gardde lieje uff de Kompost schaffe. Die Blummekäste wern neu beplanzt und die Tulpezwibbelcher vom Hochemer Markt müsse vor em nächste Frost aach noch in die Erd. Bis im Winter Ruh is. Dann geht’s mit Schwung in de Skiurlaub nach Südtirol. Es is uns schon klar:Jetzt is später. Abber mir sin aafach noch zu jung, um alt zu sei. Un Zeit for um in en Seniorenheim zu ziehe, die habbe mer - wahrhaftichen Gott- noch nit. Solle se uns doch in 10 Jahr noch emol so en Brief schicke un mit dem Tipp locke, der do aach noch im Flyer uff de letzt Seit steht: „Erleben Sie hier im Heim gemütliche Zweisamkeit mit Ihrem Goldfisch!“ Soweit kimmts noch. Abber alleweil noch nit.



Eine Geschichte aus meinem neuen Buch: Wär`n mer nur dehaam geblibbe.


Hier der Klappentext auf der Rückseite
des Rheingauer Kunstvereins, Dr.Winfried Rathke für das Buch
„Wärn mer nur dehaam geblibbe…!“

Wieder hat sich Ulrike Neradt, die Entertainer-Ikone des Rheingaus, ein herzerfrischendes Büchlein von der Seele geschrieben. Wie eine moderne Fortuna schüttet sie aus dem schier überquellenden Füllhorn ihrer Lebenserinnerungen höchst amüsante Portionen heraus. Schon als Deutsche Weinkönigin war sie 1972 mit Dirndl und Krönchen weltweit unterwegs und klärte staunende Exoten über die Vorzüge des Deutschen Weins auf. Dabei landete sie für ein Foto-Shooting auf dem Schoß des Präsidenten in Manila, aber auch mal in einem fragwürdigen Massage-Salon von Bangkok. In Chile und Brasilien entzückte sie mit einer Theatergruppe deutschstämmige Zuschauer als Schauspielerin und Sängerin von Volksliedern. Aber auch später, auf Urlaubsreisen, erkundete sie mit ihrem Mann und Freunden ferne Länder, lernte seltsame Sitten und Gebräuche kennen, schloss Freundschaften, und genoss das Neue und Unbekannte. Nun, sie hat so manches Kuriosum erlebt. Und das gibt sie nun auf Hessisch zum Besten. Im Dialekt wirken diese Erfahrungen besonders erheiternd. Da kommt schon beim Lesen das Zwerchfell in Schwingung. Doch der Titel des Buches heißt diesmal „Wärn mer nur dehaam geblibbe“. Die Autorin erlebt auch Unerfreuliches. Lange Fahrten auf holprigen Pisten, Pannen am Ende der Welt, Regengüsse statt erwarteter Sonnenbäder.
Auch nervt Krach im Hotel, wo doch Ruhe und Entspannung versprochen wurde. Ob am Polarkreis oder auf dem Nil, im Grab des Tutenchamun oder bei den Bregenzer Festspielen. Der Leser wird mitgenommen, erfährt viel Witziges und Wissenswertes, kommt zu Puccinis „Turandot“ oder in die New Yorker „Met“. Am End denkt er aber sicher: „Gut, daß se nit dehaam geblibbe is“, denn sonst hätte man nicht den Spaß an dieser Lektüre gehabt.


Kreuzfahrt nach Spitzbergen.

In meim Lebe bin ich oft mit em Schiff uff Kreuzfahrte gewese. Auch als Sängerin. Bezahlt hab ich nix, abber weil ich immer mein Mann mitgenomme hab, gabs aach kaa Honorar. Des war uns egal. Hauptsach, mir habbe uff die Art preiswert die Welt gesehe. Als Sängerin uff so eme edle Schiff zu fahrn hot nit nur Vorteile. Solang mer noch nit offiziell bei der große Willkommensschau vorgestellt worn is, kann mer sich noch frei beweeche. Aber nach em erste Obend, an dem mer sich vorgestellt hot mit seiner Kunst, isses vorbei mit dem Versteckele. Wo immer Du ufftauchst, sofort tuschele die Gäst runderum. „Das ist die Sängerin von gestern abend“ – „Ob das ihr Manager ist, der da mit ihr an der Bar sitzt?“- „Nein, ich hab die schon mal im Fernsehen gesehen.“ So ähnlich konnt ichs vernemme, un es hot bis zum End von de Reis nit mehr uffgeheert. Uff so eme Schiff fahrn fast 2000 Leut mit. Do trifft mer in jeder Eck neue Leut. Mei letzt Kreuzfahrt ging naach Spitzbergen. Es war im Juni 2012, das Jahr, in dem die Fußball-Europameisterschaft ausgetraache worn is. Weil besonnerst die männliche Gäst aach kaa Spill verbasse wollte, gabs wenicher Unnerhaltungsprogramm wie sonst, dodefür wurd bei jedem Spill en riesisch Leinwand für die Fußballverrickte im Theater uffgebaut. Für uns wars Glück. Mir hatte kaum ebbes zu due. Bei ner Kreuzfahrt gibt’s am Aafang immer die sogenannt: Welcome-Show. Do wern alle Künstler vorgestellt. Tänzer, Sänger, Musiker, Zauberer, Akrobate, alles was uffem Schiff zur Unnerhaltung beiträcht. Jeder hot ungefähr 10 Minutte, um sich zu präsendiern. Beim nächste Ufftritt kann dann der Künstlee en Abendprogramm vorstelle. Bei mir warns Berliner Chansons von de Claire Waldoff. Die komme immer gut aa. Zum Schluss von de Reis gibt’s noch emol en „Fare-Well-Show“ wo sich alle Künstler widder vom Publikum verabschiede.Un genau für die dreimol musst ich mich vorbereite. Sonst war Fußball aagesaat.Mein Mann un ich sin also am 5.Juni in Bremerhaven mit em Audo aakomme un mit unserm ville Gepäck uffs riesengroße vornehme Kreuzfahrtschiff. Ich braucht nadierlich mehr Gepäck wie normale Reisende. Mir hatte insgesamt 3 große Koffer. In dem aane warn nur Bühneklamotte, Abendkleider, Boas, Schuh un was mer halt für die Bühne noch alles benötischt. „Sie sind Künstlerin an Bord? Dann bitte den Diensteingang“ wurd ich am Passagiereingang gleich eingewiese. „Das ging jo flott“, saat ich noch zu meim Mann. Allerdings hot dann eine unangenehme Übberraschung die gute Laune gleich widder getrübt. Unser Kabin lag genau hinner der Bühn. Direkt unner de Maschineräum, von dene aus schon sofort en ohrenbetäubende Krach zu heern war. Außerdem war die Kabine zwar relativ groß, abber ganz schmal un vor allem hat se aans nit: Licht! En winzich klaa rund Schifffenster, bekannt aach als Bullauge, war alles, was uns die nächste 3 Woche als Tageslicht zur Verfüchung stand. „Fritz, hier bleib ich keine Nacht. Pack bitte nix aus. Ich klär das sofort an de Rezeption!“ Un nach 5 Minutte Fußmarsch dorch des Schiff stand ich mit folchendem Text, den ich mir vorher gut übberlecht hab bei der sehr freundliche Empfangsdame. „Ich bin gerade angekommen und hab mein Zimmer beziehen wollen. Es mir leider aber nicht möglich, dort für die nächsten 3 Wochen zu wohnen. Ich leide an Platzangst und Asthma. Ich brauch ein Zimmer mit Frischluft, am besten mit einem Balkon! Wenn Sie das nicht für mich haben, steige ich am nächsten Hafen wieder aus.“ Jetzt war ich gespannt, was bassiert.
„Tja,“ saat das Mädche do, „wir könnten Ihnen schon eine Balkonkabine im 6. Stock anbieten. Allerdings müssten Sie 200 € zahlen!“ Zwaahunnert Euro mal drei Woche, des warn 18 x 200 also 3600 €, schoss es mir durch de Kopp. Do saat se zu mir: „Wissen Sie, diese Kabine kostet für die 3 Wochen normalerweise 8000 €.“ Im Geist war ich schon widder in Norwegen im nächste Hafen in Richtung Heimat. „Zweihundert Euro? Für meinen Mann auch?“ – „Nein, eine einmalige Zahlung für das Zimmer für die ganzen 3 Wochen!“ Mei Herz hot gekloppt nach der Nachricht. 200 € für en Kabin mit Balkon? „Ich komm sofort zurück und bezahle. Könnten Sie mir jemand schicken, der uns beim Gepäck hilft?“ Un fort war ich. „Fritz, ich habs geschafft. Komm los, mir ziehe um in de 6. Stock in en Zimmer mit Balkon. Mir müsse uns beeile, eh die sichs annerst übberleeche. Es kost uns zwaahunnert Euro. Ich zahls gleich. Du packst alles vor die Dier und warts uff de Service.“ Schnell war bezahlt, alle warns zufridde un mir hatte das dunkle Ratteloch schneller hinner uns gelosse, als gedacht. Von jetzt ab warns die scheenste Urlaubswoche, die mir uff dem Schiff genosse habbe. Leider warn mei annern Kolleeche nit so schlau un musste sich demit abfinne, dass der ganze Krach un des mickriche Fensterche for drei Woche ihr Dauerbegleiter warn.
Übberichens: Ich hatt noch nie Asthma und unner Klaustrophobie leid ich bis heut nit. Mer muss sich halt zu helfe wisse und wanns aach manchmal ohne klaane Notlüüche nit annerst geht.

-Nach 34 Jahren gibt Ulrike Neradt den Vorsitz des Mundartvereins ab
Von Ingeborg Toth

Ulrike Neradt hat viele Erinnerungen gesammelt: Einige sind in Form eines Bildes in einem Album konserviert. Foto: DigiAteI/Heibel

MARTINSTHAL - „Ein halbes Leben lang habe ich den Rheingauer Mundartverein gemanaget – das muss jetzt mal jemand anders machen.“ Sagt Ulrike Neradt, literarische Kabarettistin, die bei der nächsten Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2019 den Vereinsvorsitz abgeben wird. Sie sitzt in ihrem Garten zu Füßen eines Martinsthaler Weinbergs, ein Fleckchen Erde wie gemalt. Auf dem Tisch das Buch „Noch en Dutt voll Micke“. Texte von Rheingauer Bürgern, in Mundart. Die ureigene Sprache des Rheingaus, die darf nicht verschwinden - sie muss in Wort und Schrift erhalten bleiben: „Man soll auch in Zukunft noch erkennen, wo jemand herkommt, der Rhei, Rhoi oder Rhein sagt.“ Wenn Ulrike Neradt darüber nachdenkt, dann hat alles diesem Herzenswunsch angefangen. Ihre Karriere als Autorin und Regisseurin, ihre Auftritte in mehr als 150 Vorstellungen beim Rheingau Musikfestival, die vielen Folgen des „Fröhlichen Weinbergs“ mit Johann Lafer im Fernsehen.
„Die geborene Chansonsängerin“
„Meine künstlerische Laufbahn verdanke ich der Hedwig Witte.“ Als Ulrike Seyffardt zur Deutschen Weinkönigin kandidierte, hat ihr der alte Oettinger, im Rheingau bekannt wie ein bunter Hund, geraten: „Jetzt geht Du mal zur Hedwig und lässt Dir einen schönen Spruch schreiben.“ Die Witte - das war eine Institution. „Unsere Heimatdichterin, die kannte jeder„, sagt das Multitalent Neradt, damals noch ein bisschen schüchtern. Den Witte-Spruch, feinste PR für die Winzer, hat sie natürlich noch drauf: „Wenn jeder auf der Welt entdeckt, wie gut der Wein vom Rheingau schmeckt...“
Das Weinköniginnen-Dasein – 280 Tage weltweit in Sachen Weinwerbung unterwegs – hat die medizinisch-technische Assistentin an einer Uniklinik in Mainz verändert. Sie entdeckte, wie es ist, auf einer Bühne zu stehen. Sie besann sich auf ihre Mundart-Künste und bewarb sich bei einer Kleinkunstbühne. Die wollte ein Witte-Stück spielen - aber frivol aufgemotzt, was der allseits verehrten Heimatdichterin gar nicht passte. Ulrike, die jetzt Bussmann hieß, ergriff die Initiative: „Wir führen die ‘Hallgartner Jungfer’ auf, ohne das Volkstheater - in eigener Regie.“ Damit war Hedwig Witte einerseits sehr einverstanden, andererseits empfand sie das auch als Wagnis. Vorsichtshalber gründeten die beiden Frauen 1984 einen Verein, der die Mundart im Titel führte. Mit dem Witte-Skript, den Hohner-Sängern aus Oestrich und dem Martinsthaler Gesangverein wurde ein Mundart-Stück auf die Beine gestellt, dem noch viele andere folgen sollten. Hans Hohner, Komponist, Musikpädagoge und Korrepetitor an der Uni Frankfurt befand: „Ulrike, Sie müssen auch singen - sonst schreibe ich keine Musik.“ Singen wollte die Ulrike überhaupt nicht. Hohner bestand darauf und schrieb ihr das Lied: „Wenn der Wein im Keller gärt, Mädel bist Du mein...“
Nach der Vorstellung kam die Witte: „Der Hoher hat gesagt, Du bist die geborene Chansonsängerin.“ So wurde aus Ulrike Neradt eine gefeierte literarische Kabarettistin, die allein beim Rheingau Musikfestival in 37 Inszenierungen auftrat, darunter zehn eigene. Partner waren Walter Renneisen, Ilja Richter, Gunter Emmerich, Ernst Stankowski, Till Krabbe, Berhold Possemeyer, Alfons Nowacki, Frank Golischewski und viele andere Größen der Szene. Für ihr erstes eigenes Chansonprogramm hat Ulrike Neradt gerade mal drei Monate gebraucht - um es auszuarbeiten und einzustudieren. Sie hat auf der Bühne Reisen in die 50er und 60er Jahre unternommen - mit heiteren Mundarttexten aus ihrer Feder. Oder den großen Frauen des literarischen Kabaretts ganze Abende gewidmet - in Hochdeutsch oder in Berlinerisch - je nachdem. Mit schnellem Witz, wunderbarer Stimme, mit unnachahmlichen Charme.
Die Mundart hat Ulrike Neradt nie ganz losgelassen. Sie ist mittlerweile Autorin von sechs Mundart-Büchern, hat in 19 Theaterstücken mitgewirkt und oft genug auch die Regie geführt. Sie hat aber auch, als die Rheingauer Weinwoche zehn Jahre alt wurde, im Wiesbadener Kurhaus ein Programm gestaltet. Hedwig Witte bekam natürlich mit, wie rasant sich da ein junge Frau, die als Weinkönigin angefangen hatte, sich zur stilsicheren, eleganten Diva entwickelte. „Denk immer dran, wenn Du auch die Moritat von Mackie Messer singst, Deine Worzzele sin im Rheingau.“ Die beiden arbeiteten Seit’ an Seit’, bis Hedwig Witte gesagt hat: „Ich bin jetzt so alt, mach Du den ersten Vorsitz.“ Witte war über 80 - und wurde Ehrenvorsitzende. Ein Jahr nach ihrem Tod hat die neue Vereinsvorsitzende die Tradition der Mundartmatinee begründet, in Kiedrich. „Da gibt’s eine Stelle mitten im Wald, die heißt Hedwig-Witte-Blick“, so Ulrike Neradt. „Das findet kein Mensch. Wir waren zwölf Vortragende - es kamen sechs Zuschauer.“ Mittlerweile strömt das Volk, wenn zu Mundartmatinee „uff Scharfestaa“ eingeladen wird, lässt sich auf dem Plateau im Schatten des Burgturms oberhalb Kiedrichs köstlich unterhalten.
Dort treten auch die „Schlappmäulcher“ auf, der Mundart-Nachwuchs, der den Rheingauer Dialekt lernen muss wie eine Fremdsprache. Ellen Apitz und Helga Bischof haben die Truppe aufgebaut, Monika Albert, zweite Vorsitzende im Verein, „trainiert“ heute mit den Jungen und Mädchen. Die Arbeit läuft weiter - gesucht wird jetzt eine neue Vorsitzende, ein neuer Vorsitzender. „Wer auch immer das macht - er oder sie müssen jung genug sein, um das Ruder noch mal rumzureißen.“ Jetzt, sagt Ulrike Neradt„, müssen wir den Generationswechsel schaffen.“
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Hier können Sie aus meiner Kolumne

Neue Mundartgeschichten




Übberichens
Zum 5.Mai 2018
Ulrike Neradt
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Die Hallgartner Jungfer un de Wilde Jaab

Sie spille widder. Die Theatertrupp vom Rheingauer Mundartverein probt mit dem bekannte Reschissör Hartmut Schottler noch e paar Obende, bevor de „Wilde Jaab“ am 8./9. un 10. Juni in Kidderich zum erste Mol im Bürcherhaus gezeicht werd. Vill Freizeit habbe die 18 Spieler seit Monate geopfert, um de Rheingauer un de Nitrheingauer widder en Spaß mit ihrm neue Mundartstück zu mache. Vill Herzblut un Geduld steckt do drin. Dezu noch die ganz Textlernerei. Gern denk ich do zurück an unser Aafäng: 1984 wars die „Hallgartner Jungfer“, mit der mer unsern Verein uff sichere Baa gestellt habbe. Die Heimatdichterin Hedwig Witte hots geschribbe un de Hans Hohner hot schmissische Lieder dezu komponiert.
Dorch de ganze Rheingau sin mer domols mit 20 gutgelaunte Spieler, Sänger mit de Kulisse gezooche. Was hatte mer forn Spaß. So gabs zum Beispill als Requisitte bei unserm gespillte „Herbstschluss“aach immer echte Wei un frisch Flaaschworscht. Do musste die Hauptspieler schon uffbasse, um am End nit noch mit em beschwipste Kopp un em falsche Text in en annern Akt zu rutsche.
Das zwatte Stück habbe mer im Kloster Eberbach uffgeführt. „Das Fass der Zisterzienser“. Als Comic vom Michael Apitz un em Patrick Kunkel wars schon international bekannt un mir habbe es dodemit vor e paar Jahr sogar bis ins Meenzer Unnerhaus geschafft. Un dann nadierlich nit zu vergesse die ville Lustspiele, die uns der Lorcher Alfred Becker dann in de folchende Jahrn geschribbe hot. So wie aach de „Wilde Jaab“. Leider kann er die Premiere nit mehr erlebe. Im Alter von 90 Jahrn is er letzt Jahr verstorbe. Un wie immer hot er zu jedem Stick bassende Musiktexte geschribbe, die unsern Rüddesheimer Komponist Gerd Kremer in Note gesetzt un de Spieler beigebrocht hot. Mensch, Kinner, wie die Zeit vergeht. Ganze 34 Jahrn liehn zwische de Hallgartner Jungfer un dem Wilde Jaab. Dass sich en Verein solang hält, is aach en Zeiche, dass die Mitglieder sich ebbes Wichtisches uff ihr Kapp geschribbe habbe: Die Rheingauer Mundart muss weiterlebe! Wer aach so denkt, der unnerstützt mit jeder Eintrittskart aach unsern ehrenamtliche Verein. Karte gibt’s in fast alle Buchhandlunge im Rheingau. Mir freue uns übber jeden, der beim gude Gläsje Wei un vielleicht em Spundekäsje, echtes Rheingauer Mundarttheater miterlebe will.


Übberichens
Von Ulrike Neradt für den 7.April 2018

Mei erst Kommunion 1960

Die Kommunionskinner musste samsdaachs vor`m „weiße Sonndach“ beichte gehe, um mit „reinem“ Gewisse „de Leib Christi“ in Form von de Hostie zu empfange. Des war des rätselhafte weiße Plätzche, des de Parre aam nooch de Wandlung uff die Zung geleht hot. Alle Sünde sollte vorher uffgeschribbe wern. Des is beim allererste Mol ganz langsamche gange. Jedenfalls bei mir.
Un mit dem „Sündezeddel“ gings zur erste Beicht.
Nachdem mir abber de liebe Gott, in Vertretung vom Parre mit sei`m Seeche alle „Schandtade“ verziehe, un er mich mit de „Stroof“ von fünf „Vater unser“ und fünf „Gegrüßt seist du Maria“ entlosse hatt, bin ich ganz erleichtert zerick in die Bank der scheenste Daach konnt komme.
Nüchtern musste mer sei. Kaan Kakao, kaa Breetche un schon gar kaa Süßichkeite dorft mer vor dem Kerchgang zu sich nemme. Es war en uffreechende Gottesdienst.
De Parre hot immer widder von de Verwandlung von Wei in Blut un vom Brot in de Leib Christi geredd, doch dann wars soweit. De Parre hot die Kommunionskinner an de Aldar gerufe. Bei seine Worte
„Der Leib Christi“ hab ich em weit die Zung rausgestreckt. Des Plätzche hot sich sofort am Gaume festgebabbscht, un in dem Moment wusst ich, dass ich den „Leib Christi“ schon oft un ohne Heilischkeit gesse hatt. Es warn for mich nämlich ganz normale Oblade, wie se mei Mudder an Weihnachte unner die Kokosmakroneplätzcher uffs Backblech leht. Des war also de „Leib Christi“!
Die Plätzjer hatte in dem Moment for mich en ganz anner Wertichkeit aagenomme. Schließlich gab`s die nur an Weihnachte, un jetzt konnt mer wenigstens des Unnerdeil jeden Sonndach in de Kerch esse. Nadierlich immer als „Leib Christi“. Als de Gottesdienst erum war, gings unner gewaltischem Glockegeläut` endlich haam zum Esse.
Die ganz Familje feiert bei so em Fest mit. Omas und Opas, Tante, Onkels, Cousengs und Cousine, Freunde von meine Eldern, all warn se eigelade. Un nit zu vergesse: De Herr Parre nadierlich aach. Der konnt sich`s mit feine Köstlichkeite, die es sonst des ganze Jahr übber nit gebbe hot übberall do, wo mer gefeiert hot, richtich gut gehe losse. For mich war wenisch debei, was ich gern gesse hätt. Mich hot aach kaaner vorher gefraacht. Un doch war ich froh, dann ich hab gelernt, wie mer Sünde los werd un wie de „Leib Christi“ schmeckt. Es war widder en klaane Schritt ins „Erwachsewern“.


Übberichens
Von Ulrike Neradt
Für den 10.3.2018

…heut gibt’s widder Eberbacher Dutteknalle
Wer sich bis Ende Februar nit aagemeldt hot, der kann leider die Weinversteicherung heut in Kloster Eberbach nit mehr live miterlebe. Wer en echte „Rheingau-Kenner“ sei will, der muss abber wenichstens aamol uff der einmaliche Veranstaltung debei gewese sei.
Die Versteicherunge habbe in Kloster Eberbach schon en fast 200 jährich Tradition. Die Herzööch von Nassau-Usingen versteicherte erstmols 1806 hochwertiche Wei aus ihrne Cabinetkeller. Un des geht bis jetzt noch so.
Wer heutzudaach mitsteichern will, für den is die sogenannt Vorprob - außer von Raridäde nadierlich - ab 9 Uhr (!) sicherlich interessant.
Die lang Weiprob hält mer allerdings nur aus, wenn mer sich vorher am dortiche Bäckerstand mit genüchend Wasserweck eigedeckt hot. Die braucht mer nit nur um die Geschmacksnerve zu neutralisiern. Die Weck wern in extra große weiße Babierdutte verkaaft, die später noch zu eme besonnere Einsatz komme.
Es is generell so, dass nur Weikommissionäre bei de Versteicherung mitbiete derfe.
Dass so ebbes ganz ernsthaft vonstatte geht, is klar wie Kloossbrieh.
Der Aanzische, der immer mol widder en Spässje zwischedorch macht, is seit Jahrn de Leo Gros, der jo aach alle 4 Woch hier bei unserer Mundartkolumne mitschreibt.
Trotz seim bekannte hinnergrünnische Humor bewahrt er abber bei seiner Amtshandlung als Auktionador immer Haltung un macht sei Abbeid sehr gewissenhaft.
Un jedesmol beim: „…und zum Dritten“, heet er mit seim Hammer so uff de Disch, dass jeder, der schon e bissje eigenockelt is, die Aache widder uffreißt un uffmerksam verfolscht, wie die Sach ausgange is.
Es gibt do aach kaa Entrinne, mer muss schon dorchhalle bis zum Schluss. Es lohnt sich abber allemol. Denn es kimmt noch en Höhepunkt, des Dutteknalle.
Wenn die Wasserweck all aus dene weiße Babierdutte verbutzt sin un der ganze Boddem voller Brotkrimmele is, waart mer bis es richtisch spannend werd un en sehr hohe Preis for en besonnerst, meist aanzeln aagebodde Flasch – en sogenanntes Unikat – aasteht.
Mit dicke Backe bläst mer die Dutt jetzt langsam uff un wann de Leo ruft: „…und zum Dritten“ dann batscht mer se mit lautem Knall zesamme. Bis zum Schluss habbe die „ausgewachsene Bube“ Spass mit dem „Eberbacher Dutteknalle“.Sogar Minister und sonstische gediechene Herrn wern hier widder zu Kinner. Erst wenn kaa Dutte mehr heil sin, is endlich Ruh.
Frieher war des annerst. So um die Jahrhunnertwende erum, is mer bei jedem Wei, dem wo mer Hochachtung gezollt hot, von seim Platz uffgestanne un hot die 3. Stroph von de Nationalhymne gesunge. So große Wei wurd aach „Hut-ab-Wei“ genennt, weil die Herrn uffgestanne sin un ihr Hiet ab genomme habbe. Aus Reschpekt vor dem edle Troppe! Ob es do aach Dutteknalle gab, is nit übberliffert. Übberichens: Neu is, dass Interessente heut doch noch debei sei könne: Mer hot nämlich erstmalisch die Möchlichkeit, sich im Internet bei Facebook eizuklinke un kann dort mitbiete.
Hier is de direkte Zugang. Un ich wünsche vill Spaß debei.


Ernsthafte Vorsätz und die Durchführung!!!
Hier das Ergebnis

Eichentlich hatt ich mir vorgenomme, nit mehr abzunemme. Abbeme gewisse Alter stehe aam aach e paar Ringelscher zu. Nit Goldringelscher, sondern mol zart ausgedrickt, die um die Taille. Ich wars für mei Alter zufridde un beim Blick in de Spiechel warn dorch die klaane Fettpolstercher aach mei Falte im Gesicht e bissje verschwunne. Bis uff unsern Hochzeitsdaach, wo mein Mann mich in en sehr schickes Lokal eigelade hot un an so eme Obend schwetzt mer halt aach schon emol übber die vergangene Zeite un wie mer sich gehalte hot un so weiter. Nach meiner Fraach, ob ich e bissje zu dick worn bin, guckt mich mein Mann mit treue Aache aa un seht ganz lieb zu mir:„Na, nadierlich nit, abber dicker derfste uff kaan Fall wern!“ So en Satz, noch so lieb gesaat, zuckt wie en Blitz dorch mein Körper. Mein Entschluss stand sofort fest: Im neue Jahr werd Diät gemacht. Mindestens 4 Kilo müsse runner. Es kam mir zu nutze, das ich ausgerechent vom 1. Neujahrsdaach bis Dreikönich mit ner saftische Angina im Bett gelehe hatt, kaan Hunger oder Lust uff Wei un somit wie von selbst en Kilo wenicher uff die Waag gebrocht hab. Der Ehrgeiz war geweckt. Gleich gabs von mehrere Freundinne die beste Tipps, um weiter Erfolch beim Abnemme zu habbe. Des oft von de Werbung aagepriesene gelbe Pulver, was mer 3 mol am Daach trinke muss, soll Wunner bewirke. Innerhalb von 3 Daach wärn 3 Kilo runner, vorausgesetzt mer bleibt konsequent.
So ebbes hätt ich normalerweise mei Lebe lang nit aageriehrt, abber weils irchendwo en Aagebot von dem Zeug gab, hot mirs mei Freundin gleich besorcht. Des war am Mondaach. Erst musst ich mein Mann in aller Ruh druff vorbereite, dass er jetzt for sich allaans koche und esse muss un ich mich unnerdesse mit irchendwelche Uffräumarbbeite beschäftige, damit ich vom Geruch in de Kich nit doch noch schwach werd. Er hots kapiert. Drei Daach hot er genehmigt.
Die „Korzdiät“ mit dem Pulversche, des mer dreimol am Daach mit Wasser vermischt und eme Schluck Rapsöl ernährungstechnisch verbessern muss, dezu zwaaenhalbe Liter Wasser odder Tee trinkt, hot tatsächlich bei mir ebbes bewirkt. Was heesst bei mir? Bei uns! Nachdem mein Mann am 3. Daach gesehe hot, dass die Waach bei mir 2 ½ Kilo wenischer aagezeicht hot, sin mer sofort los un habbe uns for die nächste 8 Daach mit dem Zeuch eigedeckt. Jetzt war aach sein Ehrgeiz entfacht, un for de Urlaub im Frühjahr wollt er nit immer mit ingezoochenem Bauch am Strand an de Meedcher vorbeistolzieren. Er hot de erste Daach gut dorchgehalle, un prompt warn am annern Moin 1,5 Kilo fort.
„Nit zu glaabe!“ saat mein sonst so skeptische Mann. Also wurd weitergemacht.
Allerdings hot em am 5. Daach sei Schöppche Riesling obends gefehlt. Dodemit war sein Wille, dorchzuhalle - futsch! Mein Ehrgeiz allerdings, mei Ziel zu erreiche, war stark genuuch, um standzuhalle. Mir gings in de letzte zwaa Woche sehr gut, des Zeuch hot mir nit schlecht geschmeckt un soll jo aageblich alles beiinhalte, was en Mensch braucht, um sich ausreichend zu ernährn.
Jetzt sin zwaa Woche rum, ich hab mei Wunschgewicht erreicht. Vier Kilo fort. Des sin umgerechent 16 Päckelcher Butter !!!
Ab sofort geht’s „normal“ widder weiter. Sport geheert dezu. Vor allem weeche dem Muskeluffbau muss weiter geschwitzt wern. Un wenicher Kohlehydrate.
Wenigstens emol solang, bis sich des Wunschgewicht stabilisiert hot. Ich bin jedenfalls froh, dass ich aans von dene aagepriesene Pulvercher mol ausprobiert un dorchgehalle hab.
Zur Bikinifigur hots bei mir zwar nit gelangt. Abber bei de Jeans vom letzte Jahr gehn die Knöpp widder zu. Un den ewische Kampf geeche den innere Schweinehund hab ich aach gewonne.




Übberichens
Von Ulrike Neradt für den 20.10.2017

Von Hasebrote und Herbstmucke_

Die Traubeles is for diss Jahr vorbei. So frieh wie noch nie. Mir warn frieher noch spät im Oktober draus beim Lese gewese. Grad wo des die letzt Woch so warm un sonnisch war, musst ich oft draa denke! Schee war`s, besonnerst die Pause. Middachs gabs beleechte Breetscher un Brot, wo en Has`dribber gehibbt sei sollt. Heit waaß ich, dass des die vertrocknete Reste vom Vordaach warn, nur damit mir Kinner die aach esse. Do habbe mir uns allsemol drum gehaache! Jeder wollt`s habbe, nur weeche dere Hasegeschicht. For die Erwachsene gabs heiße Tee mit Rum odder Wei. Do kam Stimmung uff, un so habbe mer aach immer vill gesunge! Die ganze Herbstferie sin mir Kinner do gern mit in die Wingert.
Endlich war de letzte Lese –Daach do. Middachs sin alle Wingertsfahrzeuche mit Dahlje un Astern geschmickt worn. Wann dann aaner drausse ganz laut „Schluss“ gerufe hot, dann hot mer genau geguckt, wer die letzt Traub abgeschnitte hot un diejenische wurd dann audomadisch zur Herbstmuck auserkorn. Ob se wollt odder nit! Oft war`s en weiblich mobbelich Person, weil schon der Name Herbstmuck eher zu erer beleibtere Fraa basst, als wie zu so eme Derrabbelche! Mit ner Kron aus Rebelaub hot se uff em letzte Waache gehockt, un mir sin mit Gesang neberher dorch ganze Ort gelaafe. So wusste die annern Winzer: Guck, der is aach fertisch mit de Les!
Dehaam war dann schon unser Säälche mit Rebelaub und Blumme geschmückt. Uff de Disch stande Thermoskanne mit Gliehwei un die Stütz mit Fedderweisse. Zu Esse gabs heiß Fleischworscht, aach en Hausmacher Worschtedeller mit Blut-und Lebberworscht und Schwaartemaache. Vorher kam de Vadder un hot in klaane hellbraune Lohndutscher des Geld bar geeche Unnerschrift ausgezahlt.
Un es war Sitte, das die Herbstmuck mit alle Männer danze musst, bis se endlich ganz dormelich un mied in de Eck gehockt hot. Des warn für mich die scheenste Oktoberfeste.
Heut fahrn se mit fast übberall mit Lesemaschine dorch die Wingert, wo aan Mann druff hockt un die Traube in e paar Stund abernt`. Wer höhere Qualitäde ernte odder wie dissjahr die Traube gut sordiern muss, der lest nadierlich weider mit de Händ von ville Helferinne un Helfer!
Zerick bleibe für mich abber die Erinnerunge an kalte, abber aach sonnische, musikalische un vor allem romandische Lesezeide im Rheingau.


Übberichens
Von Ulrike Neradt für den 26.8.2017
strong>Neueste Statistike

Wusste sie eichentlich, dass en Mensch, der wo 70 Jahr alt werd, 23 ganze Jahr devon verpennt? Do freeht mer sich doch, warum is mer trotzdem oft so mied?
Nach 23 Jahr schloofe, glotzt mer laut Statistik dann 31 Jahr devon ins Fernsehe, heert Radio un CDs, sörft im Indernet, duht Bücher odder Zeidung lese. Wenn mer also die Zeit sammerechent is mer schon 54. Do hot mer noch nix gesse un getrunke. En Mensch, der wo 70 Jahr alt is hot in seim Lebe 80 000 mol gegesse un getrunke (mol die Besuche uff de Weinfeste nit ingerechent). Das macht summasummarum, dass mer 8 Jahr ohne uffzustehe am Disch gehockt hot.
Annerthalb Jahr lang deht mer vertelefoniern. Fraue angeblich noch en halb Jahr mehr. Dodevon hängt mer dann aach noch 140 Daach in Warteschleife bei Möbelhäuser, Mobilfunkaabieter, Krankekasse, Baumärkt un sonstische Aastalte, wo mer sich en schnell Antwort erhofft.
Die List geht noch weiter, abber bei dem Hänge in de Warteschleife bin i c h hängegeblibbe, weil ich en Lösung gefunne hab, wie mer die Zeit werklich verkürze un sich schönere Dinge zuwende kann. Wenn ich en Problem odder en Fraach hab, such ich im Internet die Firma un den sogenannte Leiftschätt (LiveChat) raus, die fast jeder größere Betrieb hot un hab in Nullkommanix Kontakt mit de richtige Aasprechpartner, die mir sofort un schriftlich all mei Fraache freundlich beantworte könne.
Übberischens sin die, die wo jeden Daach am Combjuder hocke, 8 Monat von ihrm 70 jährische Lebe demit beschäftischt, virtuellen Müll, also Spammails zu lösche.
Wie ich das jetzt noch in Mundart verklickern soll? Dodezu fällt mer nix mehr ei. Ich möchte abber doch zu gern mol wisse, wer d i e Statistike uffgestellt hot.
Übberichens

„Franzosedeitsch“
Ulrike Neradt für den 29.7.2017
Vor zwaahunnert Jahr am 24.Juli is de Herzog Adolph von Nassau geborn worn.
Es gibt jo ville Gedichte und Verzeehlercher von dem Herzoch, der wo im Volksmund „Ferscht“ genennt worn is, un der wo jo aach sehr beliebt war. Für mich Zeit, emol ebbes übber die Mundart aus dere Zeit uffzuschreibe. Sie wern sowieso mehr un mehr verschwinne, die franzeesische Mundartworte aus de Franzosezeite von 1792-1814, wo Franzeesisch in Meenz ab 1798 sogar als Amtssprach gegolte hot. Un des Franzeesische is bis in de Rheingau un nooch Wissbade enibbergeschwabbt und hot aach hier Spurn hinnerlosse. „Schass (chasser- jagen) emol de Giggel un die Hinkel aus em Schadenggardde (Jardin-Garten) alleh witt jetzt abber dusswitt (Tout de suite – sofort)“ hot die Tante Emilie immer gerufe, wann des Hinkelsvolk widder im Gemiess erumgescharrt un Wermcher rausgepickt hot.
Aach de Herzooch von Nassau soll Mundart gebabbelt habbe. Allerdings gabs doch alsemol Missverständnisse, un des werd in eme Gedicht von Hedwig Witte ganz deutlich: Do werd de Kutscher Jean-Baptiste aafach zum Schambes gemacht, der Obends vom Herzoch den Ufftraach krieht, ihn un sei Fraa nooch de Reeüniong (Reuinon-Tanzball) vom Kurhaus ins Biebricher Schloss zu fahrn. Die Equipaasch (Kutsche- Equipage) stand bereit, des Pärche is übber des Schawellche (des Fußbänkche zum Insteiche) in die Schees (Chaise-Kutsche) eningekrabbelt un er hatt dem scheene russische Prinzessje, des wo sei Fraa war innewennisch vielleicht noch die Fladduse (Flatter-Schmeicheleien) gemacht. Die Herzogin abber hot en geschennt, dass er mit seine Aagestellte nit immer Mundart babbele sollt. Do saat de Herzoch dann ganz vornehm zu seim Kutscher:„Nun Jean, jetzt fahr er uns nach Hause.“ Des hot de Schambes abber falsch verstanne. Un die Fahrt hot sich in die Läng gezoooche. Unnerdesse is de Herzoch un sei Fraa ingenockelt un se sin erst widder wach worn, wie de Schambes die Scheesedier von ausse uffgerobbt un gesaat hot: So mer sein in Hause! Un des leit bekanntlich nit am Biebricher Rheiufer, sondern hinner Kidderich. Tja, die Mundart hot so ihr Tücke….!


Rezension zu meinem Buch
„Wie en Spatz in de Kniddele“
Heitere Geschichten in Mundart
in der Frankfurter Allgemeine Zeitung –
Vom 06.08.2004

"Ich bin en Wirtschaftswunnerkind! Un meiner Zeit stets wohlgesinnt!" Ulrike Neradt verkörpert wie keine zweite die positiven Seiten des Rheingaus: Weltoffen und herzlich ist die vielseitig begabte Künstlerin. Und nicht nur weil sie bis heute die letzte Rheingauer Weinkönigin ist, die auch die Deutsche Weinkrone erringen konnte, ist sie eine allseits beliebte Vorzeigefrau der Region. Trotz ihrer heutigen Erfolge als Chansonette, Entertainerin und Moderatorin ist sie ein bodenständiges Kind des Rheingaus geblieben. Sie weiß, was sie ihrer Heimat verdankt, und gibt ihr das Mögliche zurück.

Neradt hat ihre Wurzeln nicht vergessen, sondern pflegt sie - unter anderem durch ihr Engagement für die Mundart. Sie gehörte deshalb auch zu den Gründerinnen des Rheingauer Mundartvereins. "Wie en Spatz in de Kniddele" ist ihr erstes Buch, und bei der Präsentation war sie offenkundig so aufgeregt wie vor ihrem ersten Fernsehauftritt. Der Titel darf nicht falsch verstanden werden: Neradt hat keine Autobiographie in Mundart vorgelegt, sondern 20 Episoden und Gedichte, die ein Schlaglicht auf eine glückliche, rückblickend zweifellos auch verklärte Kindheit in einem kleinen Weindorf werfen.

Humorvoll, schalkhaft und mit einer Portion Ironie erzählt Neradt von der anstrengenden Arbeit im Weinberg, den ersten Zungenküssen, der legendären "1937er Trockebeerenausles", dem "Blutworscht-Trauma" oder dem "Besuch vom „Nikeloos" in "de fuffzicher Jahrn". Ihre heiteren Geschichten sind in Mundart verfaßt, was den Leserkreis naturgemäß einschränken wird. Doch das ficht die Autorin nicht an: "Die Mundart geheert zu unserem Lebe, grad wie in den Wingert die Rheingauer Rebe", schreibt sie überzeugt und sagt es den möglicherweise verdutzten Rheingau-Besuchern unmißverständlich: "Hier im Rheingau, wo ihr unser Gast, do babbele mir, wie uns de Schnabbel baßt."
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schon gewußt????
Sie können sich auch meine Homepage bequem und vor allem kostenlos als App auf Ihr Smartphone oder Ipad downloaden

https://itunes.apple.com/de/app/ulrikeneradt/id823783027?mt=8
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Bis bald
Herzlichst Ulrike Neradt

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Hier das Feedback meiner ersten Lesung mit Geschichten aus meinem neuen Buch "Gezwitschert, gegackert.... un druff gepiffe" in Wiesbaden in der VHS mit der Wiesbadener Kultband Best Age.
von Pilar May

Mundart Queen - Witzige Enthüllungen in Wiesbaden

Kritik aus der AZ Mainz vom 10.10.2015 über das Programm

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